Freitag, 12.Sep.2008
Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) ist bislang zufrieden mit der 5. IV-Revision. Die Früherfassung sei ein Erfolg und die Zahl der Neurenten habe nochmals abgenommen, hiess es zu einer ersten Bilanz ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Reform. Nach wie vor bestehe aber Finanzierungsbedarf.
Früherfassung und -intervention sind die Eckpfeiler der 5. IV-Revision, die dem Grundprinzip «Eingliederung vor Rente» folgt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen bei den IV-Stellen 4700 Meldungen für die Früherfassung ein, wie das BSV mitteilte.
Ein Viertel der betroffenen Personen habe sich selber gemeldet. Ein Drittel sei vom Arbeitgeber gemeldet worden. Aber auch Ärzte und Chiropraktiker leisteten laut dem Bundesamt einen Beitrag zur Früherfassung.
Von schnellen Unterstützungsmassnahmen zur Erhaltung des Arbeitsplatzes profitierten 2200 Personen. 200 Personen wurden mit Integrationsmassnahmen auf die berufliche Eingliederung vorbereitet und 100 Arbeitgebern wurden Einarbeitungszuschüsse gewährt.
Die Zahl der neu zugesprochenen Renten lag im ersten Semester 2008 bei 9200 und damit 35 Prozent tiefer als im ersten Halbjahr 2003 mit dem Maximum von 14'500 Neurenten. Im Vergleich zum ersten Semester 2007 verringerte sich die Zahl allerdings nur leicht.
Dennoch bleibt laut BSV ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf. Das Defizit in den ersten sechs Monaten beträgt 0,8 Milliarden Franken, und für das ganze Jahr wird mit einem Minus von 1,4 Milliarden gerechnet.
Zwar hätten bisherige Sparmassnahmen die IV um rund eine halbe Milliarde Franken pro Jahr entlastet, hiess es. Trotz den Sparanstrengungen sei aber die kumulierte Schuld per Mitte Jahr auf über zwölf Milliarden Franken gestiegen. Die IV brauche deshalb dringend eine Zusatzfinanzierung.
(ap/sidd) / www.tagessschau.sf.tv, 12. September 2008, 11:26